Wenn ich nachts Sterne sehe

Es sollte mir zu denken geben: Wenn ich nachts wach werde und bei einem Blick aus dem Fenster, hinaus in die schwarze Weite des unendlichen Himmels Sterne sehe. So geschehen in Nacht nach der Betriebsweihnachtsfeier.

Von Susanne Böhling

Sterne sehen nach einer fröhlichen Feier

Die Betriebsweihnachtsfeier war sehr fröhlich, sehr feucht. Aber ich hatte mich komplett zurückgehalten, nur O-Saft, Wasser, Cola und alkoholfreies Bier hatte ich konsumiert und mir insofern nichts gedacht.

Tränen in den Augen

Lediglich, dass die Augen tränten, schien mir ungewöhnlich. Aber das schob ich auf die Zeit, die ich mit netten Kollegen im Raucherbereich der Location der Feier verbracht hatte.

Ohne Brille kann ich keine Sterne sehen

Die Brille – ohne die sonst nur verschwommen sehe

Auch als ich morgens sofort sah, wo die Brille lag, nach der ich – kurzsichtig wie ich bin – normalerweise tasten muss, dämmerte mir noch nichts. War ja auch schon taghell. Doch dann schob ich sie mir auf die Nase – und sah alles nur noch verschwommen. Da wusste ich plötzlich und sofort Bescheid: Ich hatte vor dem zu Bett gehen vergessen, die Kontaktlinsen herauszunehmen! Daher die Sterne, die Tränen und das schnelle Auffinden der Brille. Ich hätte es mir denken können …

Probieren und studieren auf der WeinDüsseldorf

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Eigentlich wollte ich das Brötchen nicht essen. Ich habe es auf dem Weg zur WeinDüsseldorf gekauft, um Kleingeld für die K-Bahn zu haben. Dennoch wurde es nicht getrocknet zu Semmelnknödeln verarbeitet. Von Susanne Böhling Birgit Holczer hat mich zur Weinmesse … Weiterlesen

Aufbruch zum Rheinmarathon

2005 bin ich schon einmal den Rheinmarathon mitgerudert. Er geht über 42,8 Kilomenter rheinabwärts von Köln Stammheim zum Ruderclub Germania-Düsseldorf. Ein Großereignis in der Ruderszene.

Zwei Boote des Uerdinger Ruderclubs sind gemeldet. Im Spardacus rudern Dirk Tillmann, Andreas Birmes, Dörte Gläsel, Stefan Mostard und ich. In der Emma Matthias Hauser, Frederic Krampitz, Jona Völker, Manuel Leon Neumann und Stephan Repges..

Abends wollen wir noch zurück nach Uerdingen rudern. Hoffentlich erreichen wir den Club noch vor dem Einbrechen der Dunkelheit

Ziel am Tag des Rheinmarathons - Der Uerdinger Ruderclub

Nach dem Rheinmarathon rudern wir noch zurück nach Uerdingen und erreichen das Clubhaus hoffentlich noch vor Einbruch der Dunkelheit

Ich habe den alten Bericht herausgesucht.

Wenn Ruderer der Ehrgeiz packt

Der Rhein-Marathon ist für die Wassersportler in jedem Jahr eine große Herausforderung. Der Streckenrekord von 1978 hat weiter Bestand.

Von Susanne Böhling
Düsseldorf: Der Rhein-Marathon ist eine Herausforderung für Ruderer. Jedes Jahr am zweiten Samstag im Oktober stellen sich mehr als 110 Boote aus ganz Deutschland sowie Gäste von den Britischen Inseln dieser Herausforderung. In diesem Jahr zum 48. Mal. Marjorie vom Cygnet Ruderclub aus London fragt sich, warum sie wieder mitmacht. “Der Strom ist so breit, der Wind so stark, die Wellen sind so hoch, so viele und so große Schiffe!” Trotzdem ist sie das vierte Mal dabei. Weil in 27 Rennen gewertet wird und es Sonderauszeichnungen gibt, werden viele für ihre Mühen belohnt.

Besondere Vorbereitungen für den Rheinmarathon

Aber zunächst muss man die 42,8 Kilometer hinter sich bringen, und da werden die sonst betont gemütlichen Wanderruderer ungewöhnlich ehrgeizig. Die Rollsitze werden mit Sprühfett bearbeitet, damit sie auch gut laufen. Die obligaten Sachen zum Wechseln als unnötiger Ballast abgetan und in den Transporter verbannt.

Wehe, der Steuermann findet nicht die optimale Rinne: Solange das Wasser glatt ist, möglichst mitten in der Strömung, die das Boot voran zu treiben hilft. Weiter am Ufer, wo es ruhiger ist, immer dann, wenn die Schiffe hohe Wellen werfen. Die brechen sich an den Auslegern, Wasser spritzt ins Boot, beschwert es, sorgt für bremsenden Tiefgang. Deshalb haben alle elektrische Pumpen dabei, damit man im Notfall nicht anlegen und das Boot drehen muss, um es wieder flott zu kriegen. Man will nämlich möglichst “durchbrezeln.”

Besonderer Ehrgeiz wird entwickelt

Nach spätestens zehn Kilometern sind alle nass. Doch das Wetter ist diesmal gnädig, Temperaturen um die 20 Grad Celsius, man kann mit kurzen Ärmeln rudern, Sonne tanken, Spritzer als angenehme Abkühlung verkraften. Nach spätestens 15 km brennen die Handflächen. Was in ruhigen Wassern gelehrt wird: Beim Nach-vorne-rollen die Skulls locker halten und die Hände öffnen, damit sich keine Blasen bilden. Hier geht das nicht. Wellen rollen von hinten heran, heben und senken die Ruderblätter, wie sie wollen, und man muss sie gut festhalten, damit es kein Skullmikado gibt oder sich gar die Daumen schmerzhaft einklemmen.

Der Start ist beim Ruderverein RTHC Bayer Leverkusen in Köln-Stammheim, das Ziel beim Ruderclub Germania. Die Uferkulisse dazwischen bietet alles, was das Herz begehrt: Industrie-Werke, Historisches in Zons und Benrath, Niederrheinische Weite und Kormorane auf den Kribbenmasten. Und das beste: Das Licht auf dem Wasser funkelnd wie tausend Brillanten.

20 Kilometer braucht die Mannschaft, bis sie sich aufeinander eingespielt hat. Denn sie kann aus Zeitgründen nicht so oft zusammen trainieren. Nach 35 Kilometern lässt die Konzentration nach, und es wird zäh, auch wenn die Wanderruderer sonst durchaus größere Strecken auf dem Rhein bewältigen. Der Ehrgeiz relativiert sich: “Nur nicht Letzter werden.”

Im Ziel wurden wir schon erwartet

Im Ziel stehen die Vereinskollegen, die in einer anderen Klasse gestartet waren, schon mit einer Runde Altbier parat. Sie sind Dritte geworden, haben den begehrten Platz auf dem Treppchen geschafft. Dann werden bei der Siegerehrung die Siegerzeiten der vermeintlich schwächerer Klassen genannt. Sie liegen deutlich besser, der Stolz relativiert sich .

Die Rekordzeit von 2:01 Stunden aus dem Jahr 1978 wird nicht erreicht. Mit 2:05:53 gewinnt der Karlsruher -RV Wiking vor der Renngemeinschaft vom Bonner und Mainzer RV (2:05:57) und dem RHTC Bayer Leverkusen (2:05:59). “Dass die drei Erstplatzierten so eng beieinander liegen, das hatten wir noch nie”, sagt Stephan Mölle, Zeitnehmer der Germania. “1978 war wahrscheinlich der Wasserstand höher,” sagt Vorsitzende Gunnar Hegger. Der Rhein bleibt auch da eine Herausforderung.

 

Open-Air gruseln mit Dr. Caligari

Das Kabinett des Dr. Caligari war der krönende Abschluss des SWK Sommerkinos auf der Krefelder Rennbahn. Der Stummfilm von 1920 konfrontiert die Zuschauer mit einer eigenwilligen – expressionistischen Ästhetik. Die Musik von Stéphane Fromageot unterstrich Ausdruck und Inhalt des filmischen Geschehens.

Von Susanne Böhling

Es war wieder ein besonderer Abend, die Kinosinfonie beim SWK Sommer Openair auf der Krefelder Rennbahn. Und wieder durfte man iihnnicht versäumen, allein aus Gründen der Bildung. Genau wie im letzten Jahr, “Das Phantom der Oper“, der Stummfilm aus dem Jahr 1925, mit Lon Chaney als Phantom. Und dann auf großer Leinwand, begleitet von großem Orchester, das lässt man sich besser nicht entgehen.

Dr. Caligari setzt radikale ästhetische Konzepte um

“Das Cabinet des Dr. Caligari“ stand in diesem Jahr auf dem Programm. Ein deutscher Film aus dem Jahr 1920, den man unbedingt gesehen haben muss. Schon im Vorspann wird deutlich, woran das liegt. Die Bildsprache ist radikal anders als alles zuvor und das meiste danach, und auch wenn der Film viele andere inspiriert haben soll, habe ich soetwas noch nie gesehen.

Dr. Caligari mit Live-Musik von den Niederrheinischen Sinfonikern

Links die Leinwand, reechts diee Niederrheinischen Sinfoniker unter der Leitung von Andreas Fellner

Verzicht auf Illusion

Keinen Augenblick lang versucht der Film, die Illusion einer Wirklichkeit vorzugaukeln. Kein Baum, kein Strauch, kein Weg, kein Steg, keine Tür, kein Bett, kein Büro, keine Jahrmarktbude, in der Dr. Caligari auftritt, und nicht einmal der Sarg, in dem der geheimnisvolle Cesare ruht, gleichen denen, die man aus der Realität kennt. Sie sehen eher aus wie ein ziemlich abgedrehtes Bühnenbild.

Die Mittel des Film wirken ziemlich grob

Heutzutage, wo wir Filme kennen, in denen scheinbar Hektoliter Blut fließen, wo man mit unzählige Tricks, Annimationen und Techniken wie schnellen Schnitte und verblüffenden Kameraeinstellungen arbeiten kann um Horror und Schrecken zu verbreiten, wirkt Dr. Caligari teilweise komisch. Die groben Striche unter den Augen in der Maske, die verkrampften Finger der Mörderhand, die sich das Opfer greifen will, die gefühlte 100 Stunden dauernde Kameraeinstellung auf ein entsetztes Gesicht, das sich durch besonders weit aufgerissene Augen von den übrigen unterscheidet.

Titelschrift Dr. Caligari

Auch die Schrift für die Untertitel ist expressionistisch

Wovon lassen sich Menschen beeindrucken?

War das Publikum so kurz nach dem 1. Weltkrieg so viel empathischer als wir heute? Wir schauen distanziert bis amüsiert zu, während auf der Leinwand eine Geschichte um Wahn und Wirklichkeit entspinnt, in der sich Macht bis zum  Mord verdichtet. Da nutzt es auch nichts, dass sich links neben der Leinwand im Osten ein Unwetter entlädt, in dem die Blitze zucken und vor der Leinwand Fledermäuse flattern. Sind wir weniger manipulierbar, oder sind es nur andere Mittel und Mechanismen, die heute wirken?

Ich gehe beeindruckt nach Hause. Ein tolles Erlebnis, eine Bildungslücke geschlossen und Neid: Mensch, was die sich damals getraut haben!

Krefelder Rheinpegel immer noch kaputt

Es liege am Hochwasser, dass der seit Monaten kaputte Pegelstandsanzeiger an der Einfahrt zum Uerdinger Hafen noch nicht repariert sei. So lautete die Auskunft im Juni.

Von Susanne Böhling
Der Hafenkopf in Uerdingen mit defekter Pegelstandsanzeige

Die Pegelstandsanzeige am Eingang zum Uerdinger Hafen ist nach wie vor defekt Foto: © Jörg Ramsauer

Nun ist das dumme Ding immer noch nicht in Ordnung. Dabei fällt der Wasserstand im Rhein bei Uerdingen immer weiter und ist – nach Berechnung mit Hilfe des elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice ELWIS abgeleitet vom Pegel Ruhrort – bei 373 angekommen. Das liegt mehr als drei Meter unter dem Pegel von 736, den wir am 20. Juni hatten. Soviel müsse das Wasser sinken, bevor man die Reparatur vornehmen könne, sagte man mir damals im Büro des Hafenmeisters in Uerdingen. „Mindestens“ hieß es damals. Nach exakten Berechnungen sind es aber bereits 3,63 Meter und ich bin gespannt, wann es soweit sein wird. Oder um es mit den Worten meiner Oma (Gott hab‘ sie selig) auszudrücken: „Ob ich das noch erleben werde?“ Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Vielleicht hat das Schiff mit den Kranaufbauten etwas damit zu tun, das momentan vom Uerdinger Ruderclub UeRC aus Hafen-einwärts liegt? Ich werde berichten!

Ein Schiff mit einem Kran liegt unter der Krefelder Rheinbrücke

Schiff mit Kranaufbauten unter der Uerdinger Rheinbrücke Foto: © Jörg Ramsauer

Warum ist die Pegelstandsanzeige für die Uerdinger Ruderer wichtig?

Der Pegelstandsanzeiger ist für uns Ruderer vom UeRC wichtig. Danach können wir einschätzen, ob in Ufernähe große Steine zu vermuten sind, an denen man beim stromauf Fahren die Boote beschädigen könnte.

 

Segeln Rhodos – Das Finale

Fangen wir bei den Geschichten zu “Segeln um Rhodos mit Thomas Rahn” vom 9. bis 16. Juli mal am Ende an.

Thomas Rahn

Statt nach Rhodos zu segeln, mussten wir in Nisiros bleiben. © Foto: Susanne Böhling

Von Susanne Böhling

Hektik am Ende eines „chilligen“ Urlaubs

Man könnte sich ja etwas darauf einbilden: „Frau Böhling, möchten Sie etwas trinken“, fragt mich die Stewardess auf dem Rückflug von Rhodos nach Düsseldorf und das erschreckt mich wirklich. Anderen Fluggästen schaut sie nicht mal in die Augen, dass sie ihren Namen kennt ist völlig ausgeschlossen. Was andere für ein Privileg halten würden, ist mir zutiefst peinlich. Auch wenn ich gar nichts dafür kann, dass alles so gekommen ist.

Heinz ist krank und ich kann ihm nicht helfen

„Schuld“ ist Heinz (Name von der Redaktion geändert). Als ich Freitagmorgen in Pali auf Nisiros aufwachte, lag er auf dem Deck der Asterias. Völlig fertig, bleich um die Nase, beziehungsweise grün im Gesicht. Die ganze Nacht habe er sich übergeben, zum Schluss nur noch Galle gespuckt. Ich kochte schwarzen Tee und drängte ihm ein Stück trockenes Brot auf, aber auch das konnte er nicht bei sich behalten. Aber mehr konnte ich jedoch nicht für ihn tun.

Entspannen beim Segeln um Rhodos

Da ich in den vergangenen Tagen gelernt hatte, alles etwas langsamer angehen zu lassen, lehnte ich mich zurück. Ich wusste, Captain Thomas Rahn würde schon das richtige machen, mit seiner langjährigen Erfahrung. Die restliche Crew hatte mich außerdem die Kunst des Hard-Core-Chillens gelehrt. Anfangs ging das gar nicht gut. Wenn einer von ihnen sagte: „Ich koche jetzt gleich was“, freute sich mein Magen und der Speichelfluss setzte ein. Bis es dann Essen gab, war mir der Hunger vergangen. Damit kam ich zu Anfang nicht gut klar, später genoss ich, dass es mich umgekehrt ebenfalls von Pflichten entband, dass ich ebenfalls überall so lange verweilen durfte, wie ich wollte ohne dass jemand sauer auf mich sein würde. Das entspannte doch enorm!

Das Ablegen verzögert sich

Leider wurde Heinz Zustand nicht besser und anstatt dass wir nach Rhodos segeln konnten, musste er den Arzt aufsuchen, bekam nach der Auswertung des Blutbildes Antibiotikum, wurde an den Tropf gelegt und musste eine ganze Weile in Mandraki bleiben, bevor ihm die Mediziner bescheinigen konnten, dass er transportfähig sei.

Später Aufbruch zum Flughafen

So konnte ich mich erst Samstag kurz nach Mittag auf den Weg zum Flughafen machen – mein Flieger ging um 13.40 Uhr. Ich hatte zuvor Online eingecheckt, reiste nur mit Handgepäck, also soooo früh musste ich nicht da sein. Vom Hafen aus wusste ich die ungefähre Richtung zum Busbahnhof. Vor der ersten Abzweigung fragte einen Mann, der vor einem Restaurant die Gäste animieren sollte. Der wies mir einen Weg – leider den Falschen! Ich irrte herum, die Zeit wurde knapp, ich entschied mich fürs Taxi. Aber dafür brauchte ich noch Geld. Der erste Automat nahm meine Karte nicht, der zweite befand sich in einem Bankgebäude, das mir Samstagmittag seine Tür nicht öffnete. Ich geriet in Panik.

Ankunft zehn Minuten vor dem Abheben

Endlich, um 13.30 Uhr traf ich am Flughafen ein und fragte mit rasend schnell schlagendem Herzen nach dem Gate für den Abflug nach Düsseldorf. „Da lang, aber rennen Sie“, sagte mir der Mitarbeiter. Außer Atem stand ich an der Sicherheitskontrolle, doch der Mann, der die Bilder im Scanner kontrollierte, ließ mich die Tasche öffnen, durchwühlte meine schmutzige Wäsche. Wieder erklärte ich meine Verspätung mit der kranken Person an Bord, endlich ließ er mich weiter.

Thermoskanne - Auch beim Segeln immer dabei

Der Scanner am Flughafen erkennt eine verdächtige Form in der Tasche mit schmutziger Wäsche. © Foto: Susanne Böhling

13.40 Uhr stand ich an Gate 10 – das längst geschlossen war. Durch die Scheibe sah ich an der Maschine jedoch noch die Gangway stehen, ich rüttelte an der Tür, die übrigen, auf die nächste Maschine Wartenden, wiesen mich an Gate 9. Dort nahm man sich meiner an. Prüfte meinen Ausweis, checkte die Passagierliste, fand mich, bestellte mir den Bus und ließ mich durch die Tür ins Freie. Dort beruhigte sich mein Atem allmählich wieder und auch der Puls wurde langsamer. 13.50 Uhr saß ich klitschnass geschwitzt im Flieger und vertiefte mich zur endgültigen Beruhigung die Zeitung, die ich mir bereits für den Hinflug gekauft hatte.

Wer kennt alles meinen Namen?

Als die Stewardess mit dem Getränkewagen an meinen Platz kam und fragte: „Frau Böhling, möchten Sie etwas trinken?“ erschreckte sie mich damit wirklich furchtbar. Es war mir soooo peinlich. Obwohl ich nichts dafür konnte. Denn ich hätte sehr gern auch den Weg zum Flieger genauso entspannt verbracht wie den übrigen Urlaub. Gut, dass ich nicht weiß, wie oft man mich zum Boarding ausgerufen hat. Sonst hätte ich Angst, dass auch alle anderen Menschen im Flieger meinen Namen wissen und mich bei womöglich unpassender Gelegenheit wiedererkennen.

P.S. Zuhause fiel mir ein, was den Mitarbeiter an der Sicherheitskontrolle so irritiert haben könnte: In meinem Handgepäck lag meine Thermoskanne aus Metall, die durch den Scanner hindurch schon eine verdächtige Form haben kann.

Thomas Rahn

Ganz harmlos, die Thermoskanne in der Reisetasche. © Foto: Susanne Böhling

Bisam oder Nutria

Link

Seit dem gestrigen Besuch von Schloss Hülchrath steht eine Frage im Raum: Handelt es sich bei dem im Wassergraben von Schloss Hülchrath gesichteten Tier um ein Bisam oder ein Nutria .

Von Susanne Böhling

Vor einer Woche, beim Ausflug der Wanderschwalben wirkte Schloss Hülchrath fest verschlossen. Diesmal war das Tor am Ende des langen Torweges zur Hälfte geöffnet und lockte ins Innere.

Ein Tier - vielleicht ein Bisam - frisst im Schlossgraben treibende Blätter

Nutria oder Biber? Das ist die Frage. Foto: Susanne Böhling

Erst die Tierwelt: Biber, Nutria oder Bisam?

Beim Blick in den Schlossgraben entdecken wir im Wasser schwimmend ein Tier mit Fell – also keinen Fisch. Es frisst Blätter, die auf der Wasseroberfläche treiben. Zuerst vermutet Norbert, es könne ein Biber sein. Doch dann rufen wir uns ins Gedächtnis, dass der einen viel breiteren und platten Schwanz hat. „Ich glaube, der hat auch einen breiteren Kopf“, wende ich weiter ein. Statt dessen vermute ich, dass es eine Bisamratte sei – ein Tier, das zwar Ratte heißt, aber eher mit den Wühlmäusen verwandt ist. Auch das Nutria kommt in Frage. Das ist mit den Meerschweinchen verwandt – wie ich inzwischen gelernt habe. #

Suche im Netz bringt keine letzte Sicherheit

Aber meine Recherchen im Netz zur Thema Nutria brachten mich nicht viel weiter. Das Foto, das ich gemacht habe, ist nicht scharf genug, orange-farbene Zähne waren nicht zu sehen, ich erinnere mich lediglich an weiße Schnurrhaare, die für ein Nutria typisch wären. Ausschlaggebend könnte die Größe sein – Nutrias sind deutlich größer als Bisams, oder auch das Verhalten: Das Tier schien deutlich weniger scheu als bei Bisamrs üblich. Das passt eher zu Nutrias.

Mit den Wanderschwalben in Grevenbroich

Das Beste war das Wetter, beim Juni-Ausflug der Wanderschwalben nach Grevenbroich. Aber auch nur, weil in diesem Jahr schon so viel ins Wasser gefallen ist. Ansonsten beeindruckte die Landschaft an Erft und Gilbach, durch die uns Gudrun und Elisabeth führten.

von Susanne Böhling

Idylle schenkt Energie

Wenn ich von der Stadt Grevenbroich höre, denke ich an Braunkohle. Und die dadurch verursachten Wüstenlandschaften. Dieses Bild erschien auch in meinem Kopf, als Gudrun Grevenbroich als Ausgangspunkt für den Juni-Ausflug der Wanderschwalben nannte. Das schob ich jedoch sofort an die Seite. Schließlich weiß ich, dass die Gruppe Frauen, zu der ich seit Ende 2015 gehöre, Idylle bevorzugt, wenn sie einmal im Monat sonntags gemeinsam auf eine 10 bis 15 Kilometer lange Tour geht. Entsprechend war ich pünktlich um 11 Uhr am Treffpunkt, Kloster Langwaden.

Einfahrt zu Kloster Langwaden

Kloster Langwaden, Sitz von Zizterzienser Mönchen. Foto: © Susanne Böhling

Christliche Häuser am Wegrand

Dort beeindruckte mich erst der alte Baumbestand, dann das Gebäude. Zisterzienser Mönche bewohnen und bewirtschaften das Haus, gewähren hier wohnungslosen, alten und Männern in besonderen Lebenslagen Einkehr und Obdach. Von hier aus ging es zielgerichtet auf verschlungenen Pfaden, oft entlang der Erft weiter nach Wevelinghoven. Auch dort beeindruckte uns ein christlich geprägtes Haus, das Seniorenwohnstift St. Martinus (dessen sanitäre Anlage wir nutzen durften).

Anlage von St. Martinus, Seniorenstift in Wevelinghofen, Ortsteil von Grevenbroich

Das Seniorenstift St. Martinus in Wevelingshofen. Foto: © Susanne Böhling

schöner Ausblick auf die Anlage des Seniorenstiftes in Grevenbroich-Wevelinghoven

Gepflegte Anlage des St. Martinus-Stiftes in Wevelinghoven, Foto: © Susanne Böhling

Kunst in Wevelinghoven, Stadt Grevenbroich

Die scherenschnittartige Skulptur in der Anlage des Seniorenstiftes St. Martinus in Wevelinghoven erinnert an Georg Ettls Arbeiten Foto: © Susanne Böhling

Rast an der Erft

Weiter schlängelte sich unser Weg unter der kundigen Führung von Elisabeth und Gudrun, die die Strecke im Vorfeld zur Vorbereitung der Tour bereits einmal abgelaufen waren und schon die Bank für unsere Mittag-Rast ausgeguckt hatten. Mit Blick auf die Erft, die wegen des hohen Wasserstandes braun und schnell an uns vorbei floss.

Die Erft in Grevenbroich führt Hochwasser

Der Ausblick auf die Hochwasser führende Erft bei Grevenbroich bei der Mittagsrast Foto: © Susanne Böhling

Zeit für lebendigen Austausch

Das System, dass sich zwei um die Ausarbeitung der Tour kümmern, und die anderen bequem hinterher laufen können, ist wie für uns Frauen gemacht. Wir können uns auf das Wesentliche konzentrieren. Auf die Gespräche, die für uns so wichtig sind. Da die Mitglieder der Gruppe aus unterschiedlichen Berufen kommen und auch privat unterschiedliche Lebensformen pflegen, kommen wir zu lebendigem, anregendem Austausch, während unsere Beine in langen Schritten voran schreiten. Auch Mühlrath, die Neubrücker Mühle und Neubrück lagen an unserem Weg.

Abstecher nach Hülchrath

In einem willkommenen Abstecher führten uns Gudrun und Elisabeth nach Hülchrath, einem weiteren Ortsteil von Grevenbroich, der laut wikipedia nur 741 Einwohner, aber einen historischen Ortskern hat. Besonders beeindruckend Schloss Hülchrath, das vom Ort aus verschlossen und geheimnisvoll wirkt. Die Burg hat ihren Ursprung im Jahr 900, sie wurde zum Schutz gegen die Wikinger gebaut. Heute finden dort Veranstaltungen statt. Bereits am kommenden Wochenende ein Mittelalter-Spektakel.

Eingang zu Schloss Hülchrath, Grevenbroich

Von der Ortsmitte aus erscheint Schloss Hülchrath verschlossen und geheimnisvoll. Foto: © Susanne Böhling

Schloss Hülchrath in Grevenbroich veranstaltet auch Mittelalter-Spektakel

Schloss Hülchrath wurde ursprünglich als Burg gegen die Wikinger errichtet. Foto: © Susanne Böhling

Wanderschwalben in Grevenbroich

Die Wanderschwalben laufen durch Hülchrath. Foto: © Susanne Böhling

Urwald am Gilbach

Das letzte Stück unseres Weges führte uns entlang des Gilbachs und dort erlebten wir den krassen Gegensatz zu den Mondlandschaften, die ich im Sinn hatte: Der üppige Bewuchs entlang des Pfades erinnerte eher an einen Urwald und hätten Elisabeth und Gudrun ihn bei ihrer Vorbereitungstour nicht schon mit der Machete frei geschlagen, es hätte kein Durchkommen gegeben.

In Grevenbroich findet sich üppiges Pflanzenwachstum

Urwald am Gilbach. Foto: © Susanne Böhling

So aber konnten wir im wunderschönen Biergarten von Kloster Langwaden in der Sonne einen Imbiss genießen!

Kloster Langwaden in Grevenbroich

Der Biergarten von Kloster Langwaden als Ziel der Tour. Foto: © Susanne Böhling

 

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