Konflikte zu musikalischer Harmonie geführt

05_Figaro_FOTO_Hans_Joerg_MichelFigaros Hochzeit von Wolfgang Amadeus Mozart überzeugt in Duisburg mit hervorragenden Sängern

Es ist nur scheinbar ein Spaß, eine komische Oper: Figaros Hochzeit von Wolfgang Amadeus Mozart, die momentan in Duisburg an der Deutschen Oper am Rhein spielt. Die Musik ist so harmonisch, die Kostüme und das Bühnenbild duftig und der Entstehungszeit entlehnt. Und zum Schluss sind alle zufrieden und glücklich.

Doch bis dahin ist es ein langer Weg. Denn Figaro und seine Braut Susanna möchten nicht, dass sie vor der Hochzeit noch ins Bett ihres Dienstherren, des Grafen, muss und die Gräfin ist maßlos traurig, dass sie die Liebe ihres Mannes verloren hat. Wenn die Sopranistin Sylvia Hamvasi bei der Duisburger Inszenierung die entsprechende Arie anstimmt, kann das empfindliche Gemüter durchaus zu Tränen rühren und ist gleichzeitig so schön! Auch wenn er das Übel nicht beschönigt, sondern alle Gefühle, auch die schlimmen eins zu eins hörbar, spürbar macht.

Da ist beispielsweise Figaro ganz auf der sachlichen Seite damit beschäftigt, das ihnen zugewiesene, zukünftige Ehegemach auszumessen. Seine Braut hingegen ist ziemlich verzweifelt. Sie weiß, dass die Nähe zu den gräflichen Gemächern nicht der Bequemlichkeit der Dienstleute entgegenkommen soll – der Graf will einen kurzen Weg in ihr Bett, sobald er Figaro weggeschickt hat. Beide Seelenlagen setzt Mozart in der Melodieführung der jeweiligen Stimme ausdifferenziert und nachvollziehbar um – und doch harmonieren sie!

Und zum Schluss bleibt die Hoffnung: Vielleicht sind auch unsere Gefühle schön und Teil einer Harmonie, für die wir noch kein Ohr haben.

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