Weiß – statt 80 Grautöne

Bei Schnee wandeln sich die von mir beschriebenen 80 Grautöne des Niederrheins in Weiß-Töne. Sonntag nutzte ich das seltene Wetter und entdeckte vier Stunden lang für mich neues Terrain

Eigentlich wollte ich irgendwo ins Warme. Sauna oder so. Die seit Tagen anhaltende Kälte nervte mich allmählich. Aber dann fiel am Sonntagmorgen Schnee, leise und für unsere Verhältnisse auch ziemlich dicht, so dass es mich nach draußen zog.

In Uwe Winkler fand ich einen Begleiter. „In den Stadtwald“, schlug er vor. „Ne, da bin ich zu oft. Hülser Berg?“ lautete mein Gegenvorschlag. „Dahin können wir auch laufen“, beschied er und wir stapften gut eingemummelt los.

Der Weg führte uns zunächst doch durch den Stadtwald, über die Fußgängerbrücke nach Verberg gelangten. Wir bogen auf den Herrmann-Kresse-Weg und Uwe entdeckte mir die Verberger Kuhlen.

Panoramafotoverberger Kull2

Spiegelnd ruhige Wasseroberfläche

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Nur am Ufer bildete sich etwas Eis. Anscheinend war es gar nicht wirklich kalt.

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„Auf diesem Baum hatten sich die Kinder im Sommer ein Haus gebaut“, erzählte Uwe.

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Uwe wies mich auch auf die neue Plattform hin, die die Stadt hier in der Luxusausführung in Edelstahl installiert hat.

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Sie macht den Eindruck, dass auch Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen hierher gelangen könnten, um den Blick über das Wasser schweifen zu lassen, und Vögel und Insekten zu beobachten. Uwe fragte mich nach einem Reiher, den er hier im vergangenen Sommer gesehen hatte. „Kleiner als die Graureiher und weiß?“ – „Das könnte ein Silberreiher gewesen sein, den kenne ich aus Ungarn, vom Balaton.“

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Wir gingen weiter an Weiden und Gräben vorbei auf dem „Roten Weg“, auf dem vorzeiten eine Straßenbahn zwischen Krefeld und Moers fuhr. und gelangten zum Egelsberg. Auf der Auffahrt zum Flughafen fuhren Kinder Schlitten.

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Oben empfing uns ein eisiger Wind, so dass wir sofort wieder den Schutz des Hanges mit seinem Dickicht suchten. Weil wir nun freie Flächen vermeiden wollten, machten wir diverse Umwege und verloren zeitweise sogar die Orientierung.

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So ohne Sonne, die einem unter Beachtung der Uhrzeit ungefähr die Richtung weist und weil die flache Landschaft schneebedeckt noch viel weniger Orientierungspunkte offenbart. So dauerte es vier Stunden, bis wir wieder bei Uwe zuhause ankamen und wir waren froh, die Gunst der Stunde genutzt zu haben, denn auf dem Rückweg ließ Regen die weiße Pracht bereits wieder in sich zusammen sinken.

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